Revolut beschleunigt den Ausbau seines internationalen Bankgeschäfts, indem es eine endgültige Lizenz in Kolumbien erhalten und eine Banklizenz in der Schweiz beantragt hat. Diese beiden Schritte untermauern die Strategie des Unternehmens, seine lokale Präsenz in Märkten mit bereits großem Kundenstamm zu vertiefen.
Das Unternehmen erhielt von der kolumbianischen Finanzaufsichtsbehörde (SFC) eine Betriebslizenz und erfüllte damit alle regulatorischen Anforderungen für den Markteintritt in Kolumbien. Diese Zulassung ermöglicht es Revolut, in Kolumbien als regulierte Bank tätig zu sein.
Der Markteintritt in Kolumbien erfolgt nach einem Jahr des Wachstums. Laut Unternehmensangaben erzielte die Gruppe im Jahr 2025 einen Umsatz von 6 Milliarden US-Dollar, 46 % mehr als im Vorjahr, und einen Vorsteuergewinn von 2,3 Milliarden US-Dollar. Das gesamte Kundenguthaben belief sich auf 67,5 Milliarden US-Dollar.
Revolut hat derzeit weltweit über 80 Millionen Kunden, und rund 200 Kolumbianer stehen bereits auf der Warteliste für den Start. Das lokale Angebot wird voraussichtlich eine umfassende Palette an Finanzprodukten umfassen, wobei Kundeneinlagen gemäß den kolumbianischen regulatorischen Bestimmungen durch das Fogafín-System geschützt sind.
Sechs Banklizenzen
Mit der kolumbianischen Zulassung verfügt Revolut nun über sechs Banklizenzen weltweit. Das Unternehmen besitzt bereits Volllizenzen in Großbritannien, Frankreich, Australien, Litauen und Mexiko.
Die regulatorische Expansion umfasste 2026 auch die bedingte Genehmigung des Office of the Comptroller of the Currency (OCC) für eine nationale Banklizenz in den USA, eine Zahlungslizenz in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie eine Organisationslizenz der peruanischen Bankenaufsicht. Das Unternehmen hält weiterhin an seinem Ziel fest, bis Mitte 2027 100 Millionen Kunden zu erreichen.
Lizenzantrag in der Schweiz
In der Schweiz befindet sich das Verfahren in einem anderen Stadium. Revolut hat offiziell einen Antrag auf eine lokale Banklizenz bei der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) eingereicht. Das Verfahren wird derzeit geprüft, und das Ergebnis ist noch offen.
Das Unternehmen betreut über 1,3 Millionen Kunden auf dem Schweizer Markt, den es als seinen wichtigsten Neobanking-Markt in der Schweiz bezeichnet. Mit der Erteilung der Lizenz kann es lokalisierte Bankdienstleistungen anbieten, darunter Schweizer IBANs, Gehaltskonten, elektronische Rechnungen, Händlerakquise und Zugang zum Schweizer Einlagensicherungssystem. Produkte wie „3rd Pillar“ und „TWINT“ werden derzeit geprüft.
Investition von 150 Millionen CHF
Zusammen mit dem Lizenzantrag kündigte die Gruppe Investitionen von über 150 Millionen Schweizer Franken in der Schweiz über die nächsten fünf Jahre an. Mit diesem Betrag sollen die Entwicklung neuer Produkte und die Schaffung lokaler Arbeitsplätze finanziert werden.
Revolut plant außerdem die Ernennung von Mitgliedern des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung mit dem Ziel, eine unabhängige Schweizer Bankstruktur mit lokaler Präsenz aufzubauen. Bei Erteilung der Lizenz werden die bestehenden Kunden im Rahmen eines auf die Schweizer Aufsichtsbehörden zugeschnittenen Prozesses in diese neue Einheit überführt.















